Sucht
Sucht ist der umgangssprachliche Begriff für verschiedene medizinisch-psychologische Krankheitsbilder.
In der Fachwelt werden folgende Begriffe verwendet:
- Abhängigkeitssyndrom für
- substanzgebundene Abhängigkeiten (Alkohol, Drogen, Medikamente)
- nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten (Arbeit, Internet, Glücksspiel, Sex)
Die häufigste Sucht in Deutschland ist die Alkoholabhängigkeit.
Von einer Alkoholabhängigkeit spricht man, wenn von den folgenden Kriterien mindestens drei über einen Zeitraum von einem Jahr bei einer Person auftreten
- Starker Wunsch, Alkohol zu trinken (sog. Craving)
- Verminderung der Kontrolle über den Alkoholkonsum
- Entwicklung einer Toleranz gegenüber Alkohol
- Auftreten von Entzugserscheinungen bei Alkoholkarenz
- Eingeengtes Verhaltensmuster
- Vernachlässigung anderer Lebensinhalte für den Alkohol
- Weiteres Trinken von Alkohol trotz offensichtlicher Folgeschäden (körperlicher, psychischer und/oder sozialer Art)
Liegt ein problematischer Alkoholkonsum, aber keine Alkoholabhängigkeit vor, so spricht man von einem Alkoholmissbrauch.
Man geht davon aus, dass derzeit in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen alkoholabhängig sind. Davon sind nach Schätzungen etwa ein Drittel Frauen.
Bei Männern beträgt das Risiko, im Laufe ihres Lebens in eine Alkoholabhängigkeit zu geraten zwischen zehn und fünfzehn Prozent, bei Frauen sind es fünf bis acht Prozent.
Die zweithäufigste Sucht ist die Medikamentenabhängigkeit, vorwiegend das weibliche Geschlecht betreffend. Die Subtanzgruppen sind vorwiegend Schmerzmittel und Beruhigungsmittel, besonders häufig der Konsum von Benzodiazepinen.
Die Drogenabhängigkeit von illegalen Substanzen betrifft hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene. Die Diagnostik und Therapie sollte über Suchtschwerpunktpraxen und Suchtberatungsstellen erfolgen.
Die nichtstoffgebundenen Süchte umfassen zunehmend das Internet, Glückspiele, das gesteigerte Verlangen nach Sex und die Arbeitssucht.
Gerne beraten wir Sie über die ambulanten und stationären diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten dieser Erkrankungen.
Wir behandlen seit 20 Jahren die genannten Erkrankungen als Suchtschwerpunktpraxis.
- Abhängigkeitssyndrom für substanzgebundene Abhängigkeiten und
- Impulskontrollstörung, Zwangsstörung oder Verhaltenssucht für nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten ;
in zahlreichen offiziellen und inoffiziellen Einrichtungen wird der Begriff "Sucht" allerdings weiterhin verwendet